Antragsliste

« Zurück zur Antragsübersicht

Antrag zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Eingegangen in der Kategorie "Medien und Kultur" und mit der laufenden Nummer 505. Antragsteller ist/sind "Tim Schütz, Leon Beck, Christina Dumstorff".

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

Kulturförderungen bremsen aber nicht ausbremsen

Die Jungen Liberalen NRW fordern eine Deckelung der Förderausgaben für den NRW Kulturetat. Dabei sollen bis 2022 die Anteile an Ausgaben für Kultur im Landeshaushalt auf die im 2018 verabschiedeten Haushalt beschränkt werden. (0,25% des Gesamthaushaltes). Ab 2022 soll der Bereich der Kulturförderung maximal 0,3% des Gesamthaushaltes ausmachen, womit geringfügig auf veränderte Investitionsnotwendigkeiten (z.B. im Bereich der Infrastruktur) reagiert werden kann.

 

Begründung: Die Förderungen des Landes NRW im Bereich Kultur ermöglichen einem breiten Publikum den Zugang zu diversen kulturellen Veranstaltungen und Events. Unter anderem werden die Landestheater, das Förderprogramm „Jedem Kind sein Instrument“, Orchester, Kunstsammlungen und Musikfeste mit regionalem Bezug gefördert. Dabei kann Kultur nur in sehr wenigen Fällen kostendeckend realisiert werden, sodass ohne staatliche Unterstützung Großteile der Kulturlandschaft wegfallen müssten. Dennoch sollten auch Kulturbetriebe kostenorientiert handeln und mit einem begrenzten Budget arbeiten müssen.

Nordrhein-Westfalen fördert Kultur im Ländervergleich in Relation auf die Einwohnerzahl bereits so wenig wie kein anderes Bundesland. Auf 1000 Einwohner kommen im Schnitt sechs potentielle Theaterplätze, während es in Bayern knapp doppelt so viele sind. Die Jungen Liberalen befürworten diesen verhältnismäßig sparsamen Kurs des Landes und wollen dennoch sicherstellen, dass nicht flächendeckend Kulturinstitutionen wegfallen müssen und Arbeitsplätze verloren gehen. Dabei lässt sich der grundsätzliche Trend des geringeren Jobpotentials im Kulturbereich nur bedingt aufhalten (in den letzten 15 Jahren wurden ca. 7000 Stellen abgebaut), sollte jedoch nicht durch die Streichung von Kultursubventionen in den hohen fünfstelligen Bereich rutschen. Im Moment zahlt der durchschnittliche Nordrhein-Westfale ca. 2,50€ im Jahr für Kulturförderungen im Bereich der Theater- und Musikveranstaltungen. Im Bundesdurchschnitt sind dies knapp 15€.

2013 waren bundesweit knapp 1,3 Millionen Menschen im Kulturbereich tätig. Auch in Hinblick auf die Tatsache, dass „haptische“ Kultur auch im Zuge der digitalen Transformation einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie heutzutage, während andere Berufsfelder einer Wegrationalisierung unterliegen werden, wäre es unglücklich, diese Berufe indirekt zu streichen. Kultur in der aktiven Ausübung und der passiven Konsumierung stellt für viele Menschen ein besonderes Bildungsgut dar und ist für viele Menschen der Lebensmittelpunkt. Eine Streichung von sämtlichen Subventionen stellt im Gegensatz zu einer konstruktiven Bremsung auch eine Bedrohung für viele private Kindertheatergruppen und Orchester dar, die sowohl als Ausgleich zu der Schulbildung, als auch als Talentförderung gelten.

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken.


« Zurück zur Antragsübersicht

Vorliegende Änderungsanträge:

  • Zu diesem Antrag liegen keine Änderungsanträge vor.
« Zurück zur Antragsübersicht