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Antrag zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken

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Eingegangen in der Kategorie "Umwelt, Gesundheit und Infrastruktur" und mit der laufenden Nummer 646. Antragsteller ist/sind "BV Münsterland, Daniel Böhler, Philippe Hintzen, Michel Nentwig, Jonas Schulte, Dominik Fisch".

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

Mach den Veganer sprachlos - Innovation In-Vitro-Fleisch

Die Jungen Liberalen sehen in Betracht der durch die Fleischindustrie entstehenden Umweltschäden Handlungsbedarf. Um dem hohen Gut der Selbstbestimmung eines jeden Individuums gerecht zu werden, setzen wir statt bevormundenden Verboten und starren Vorschriften auf privatwirtschaftliche Innovation und anreizkompatible Marktmechanismen.

Die im industriellen Maßstab erfolgende synthetische Erzeugung von Fleisch zwecks menschlichen Verzehrs, sogenanntes In-Vitro-Fleisch, bietet das Potenzial, die klassische Fleischproduktion zu ergänzen und zu reduzieren. Die Jungen Liberalen NRW sind sich bewusst, dass alle Annahmen zu Energieverbrauch, Marktreife, Futtereffizienz oder Kundenakzeptanz von In-Vitro-Fleisch theoretisch sind. Unser Ziel ist es, bei gleichzeitiger Offenheit für weitere Technologien und bestehende Herstellungsverfahren, die Forschung an In-Vitro-Fleisch zu fördern. Wir fordern daher:

·        Die staatliche Bereitstellung von Fördermitteln zur Erforschung des Verfahrens und zur Umsetzung, beziehungsweise Weiterentwicklung der Produktionsmethoden. Diese sollen sowohl Hochschulen und Instituten als auch privatwirtschaftlichen Unternehmen zur Verfügung stehen. Voraussetzung für die Abschöpfung der Fördermittel ist, neben der Beschäftigung mit dem Kernthema, die Einhaltung von Kriterien der wissenschaftlichen Methodik, der Transparenz sowie des Tierwohls. Zudem soll bereits bei Vergabe der Fördermittel ein Fokus auf einen langfristigen Mehrwert für den deutschen Steuerzahler gelegt werden. Durch konstante Evaluierung der geförderten Projekte ist überdies die effiziente Nutzung der verwendeten Steuergelder sicherzustellen.

·        Mittelfristig die Gründung einer auf internationaler Ebene agierenden Kommission, die sich für den Austausch und die Bündelung von Wissen sowie die Schaffung transnational gültiger Produktionsstandards einsetzt. Zu ihren Aufgaben soll auch die Aufbereitung und öffentlichkeitswirksame Bereitstellung von themenrelevanten Informationen für ein breiteres Publikum gehören.

 

Begründung:

Die Massentierhaltung stellt sowohl unsere Umwelt als auch unser moralisches Selbstbild vor große Herausforderungen. Der Treibgasausstoß, der durch die industrielle Produktion von Fleischwaren entsteht, ist ein Haupteinflussfaktor für den menschengemachten Klimawandel. Angesichts einer weltweit steigenden Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln stellt auch die vergleichsweise ineffiziente Nutzung landwirtschaftlichen Bodens zur Viehhaltung ein Problem dar. Darüber hinaus sind die Lebensbedingungen für Tiere, die in Massentierhaltung gehalten werden, oftmals nicht mit grundlegenden Moralvorstellungen zu vereinbaren.

Alle diese Probleme zu lösen, ohne das Individuum dabei zu gängeln, ist eine Herausforderung, der sich ein ökologisch denkender Liberalismus durch Rückgriff auf die Errungenschaften des technischen Fortschritts stellen kann. Es gilt nun, Maßnahmen zu ergreifen, sodass das sogenannte In-Vitro-Fleisch zukünftig als eine solche Errungenschaft wahrgenommen und nicht wie die Gentechnik von weiten Teilen der Bevölkerung dämonisiert wird.

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Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken.


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Vorliegende Änderungsanträge:

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