Antragsliste

« Zurück zur Antragsübersicht

Antrag zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Eingegangen in der Kategorie "Umwelt, Gesundheit und Infrastruktur" und mit der laufenden Nummer 650. Antragsteller ist/sind "KV Düsseldorf".

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

Pflegepolitik gestalten - für eine liberale Pflegepolitik

Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens in eine Situation kommen, in der er eine Pflegeleistung

in Anspruch nehmen muss.

Digitalisierung in Pflege vorantreiben

  • Die am meisten gehörte Forderung von den Pflegekräften ist mehr Zeit für Patienten zu haben. Jedoch stehen immer weniger Pflegekräfte, eine immer größer werdende Leistung an Dokumentation gegenüber. Wir wollen aktiv nach Möglichkeiten suchen ,die Dokumentation zu entschlacken. So könnte ein IT- und Assistenz-Dokumentationssystem, das eine patientennahe Dokumentation am Bett ermöglicht, eine Lösung sein. Im Krankenhaus gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel Pflegeroboter zum Verteilen von Essen und Tabletten und zu Beschäftigung von Patienten zu nutzen, um Pflegefachkräften zu entlasten. Die Überwachung dieser Systeme obliegt den verantwortlichen Pflegekräften.

  • Wohnen im Alter: Wir fordern, dass Altenwohnungen, welche mit digitalen Systemen und

    Robotik ausgestattet sind, eine spezielle Förderung bekommen.

  • Je mehr Technik, desto mehr Wissen braucht eine Pflegeeinrichtung. Es soll geprüft werden, inwiefern bestehende Berufsbilder dem immer steigenden Anspruch digitaler Technologie gerecht werden können. So können beispielsweise maßgeschneiderte Weiterbildungen für Medizintechniker eingesetzt werden, damit dieser Veränderung angemessen Rechnung getragen wird.

  • Einführung einer neuen Technik bedeutet hohe Kosten für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste, die oft nicht getragen werden können. Deshalb fordern wir die Einführung von Digitalisierungs-Budgets um den Kostenmehraufwand zu deckeln. Diese Budgets sind vom Land zu leisten. Da hier bereits in den letzten Jahren unnötig gespart wurde.

  • Digitale Anwendungen können besonders für pflegende Angehörige eine große Hilfe sein. Sensorik zur Sturzprophylaxe, ein Weg der nachts beleuchtet wird zur Toilette oder eine Monitoring bei Weglauftendenzen können die Angehörigen entlasten und sorgen dafür, dass Pflegebedürftige länger in der eigenen Wohnung leben können. Hier müssen sich die Leistungen der Pflegeversicherung ausgeweitet werden und sich den aktuellen Anforderungen anpassen.

Gute Pflege kommt von überall

Einwanderung aus dem Ausland nutzen um neue Pflegekräfte zu werben.

  • Dazu muss nach Möglichkeiten gesucht werden die Verfahren zur Anerkennung von Berufsabschlüssen zu beschleunigen.

  • Um einen Anstoß für die Einwanderung von Pflegefachkräften zu fördern, sollten Personal-Werbebörsen eingeführt werden, die gezielt Fachkräfte anwerben, den Bewerbern bei der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse zu helfen, Sprachkurse vermitteln und bei der Wohnungssuche zu helfen.

Anerkennung der Pflege verbessern

  • Wir, die Julis Nrw, erkennen den hohen Stellenwert der Pflege im Gesundheitssystem an und fordern die Anerkennung ihrer Wichtigkeit durch den Gesetzgeber. Dies sollte sich neben der öffentlichen Anerkennung, auch in der Vergütung der Arbeit widerspiegeln. Dies soll explizit nicht durch staatliche Regulierung gewährleistet werden, sondern im Rahmen der Stärkung der Tarifpartner erfolgen.

Einrichtung einer Pflegekammer

Die Pflegenden in NRW wurden mit einer repräsentativen Umfrage befragt. Bei dieser haben sich 79% für die Einrichtung einer Pflegekammer in NRW entschieden. Wir unterstützen die Entscheiden der Pflegefachkräfte und möchten uns für eine Umsetzung einsetzen.

Eine Pflegekammer ist die Möglichkeit die Verantwortung von beruflichen Belangen der Pflege an Pflegefachkräfte zu übertragen. Dies bedeutet keinen übergeordneten Bürokratismus! 

Die Aufgaben werden vom Staat auf die Kammer und somit direkt auf die Pflegefachkräfte übertragen. Somit fordern wir die Einrichtung einer Kammer für Heilberufe in der Pflege, die sich an den Beispielen in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein orientiert. Wie bei anderen Kammern wird hierbei die Möglichkeit geschaffen, dass sich die Pflegenden frei und selbstbestimmt, ohne planwirtschaftliche Vorgaben seitens der Politik, organisieren können. Dies beinhaltet die Vorgabe von Qualitätsstandards, auch für eine einheitliche Ausbildung. Dies dient langfristig als Organ zur generellen Bearbeitung der Probleme in der Pflege, wie z.B. Attraktivität der Berufe, Rationalisierung, Belastung, Arbeitszeit, Weiterbildung und Dokumentation.

Die Höhe der Gehälter,oder entsprechende Tarifverhandlungen, fallen nicht unter den Kompetenzen einer solchen Kammer. Lediglich sind Empfehlungen für Gehälter möglich. Der Beitrag ist von den Pflegekräftenzu entrichten.

Finanzierung der Pflege

Die Finanzierung der Pflegeleistungen in der Zukunft, darf weder die Pflegebedürftigen selbst und schon gar nicht nachfolgende Generationen belasten. Es muss sichergestellt sein, dass die Finanzierung unter keinen Umständen durch eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge getragen wird. Dies wird in der Zukunft nicht ohne eine private Vorsorge möglich sein.

Azubis in der Pflege nicht im Regen stehen lassen

Von den wenigen Menschen, die sich zu einer Ausbildung in der Pflege entscheiden, brechen sehr viel die Ausbildung ab. Gründe dafür sind Überlastung, unterbesetzte Stationen und fehlende

Praxisanleitung.

  • So fordern wir, dass die Überprüfung der Praxisanleitung ebenfalls durch den MDK erfolgt und eine Wertung öffentlich ausgeschrieben sein muss. So können Auszubildende bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz die Kliniken besser gegeneinander abwägen, und es besteht so ein Wettbewerb. Von diesem versprechen wir uns eine qualitative Aufwertung der Pflege in Deutschland.

  • Auszubildende sollen außerdem in keinem Lehrjahr auf den Personalschlüssel der jeweiligen Station angerechnet werden. So soll vermieden werden, dass sie niemals die Stelle eines examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger ersetzen müssen.

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken.


« Zurück zur Antragsübersicht

Vorliegende Änderungsanträge:

  • [12497] Ersetze: Seite 3, Zeile 75 bis Seite 3, Zeile 75 (Antragsteller: Andre Veltens). / V1

    "So soll vermieden werden, [...]" durch "So soll sichergestellt werden, [...]"

    Antragsteller ist/sind "Andre Veltens".

    Sinnentfremdende, doppelte Verneinung entfernt

    »Download Änderungsantrag als PDF-Datei

« Zurück zur Antragsübersicht