Antrag zum 93. Landeskongress

Antrag 505

93. Landeskongress der Jungen Liberalen NRW
Euskirchen, 11.-12. Mai 2019


Antragsteller: Tim Schütz, Leon Beck, Christina Dumstorff


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

1Kulturförderungen bremsen aber nicht ausbremsen

2Die Jungen Liberalen NRW fordern eine Deckelung der Förderausgaben für den NRW Kulturetat.

3Dabei sollen bis 2022 die Anteile an Ausgaben für Kultur im Landeshaushalt auf die im 2018
4verabschiedeten Haushalt beschränkt werden. (0,25% des Gesamthaushaltes). Ab 2022 soll der
5Bereich der Kulturförderung maximal 0,3% des Gesamthaushaltes ausmachen, womit
6geringfügig auf veränderte Investitionsnotwendigkeiten (z.B. im Bereich der Infrastruktur) reagiert
7werden kann.

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9Begründung: Die Förderungen des Landes NRW im Bereich Kultur ermöglichen einem breiten

10Publikum den Zugang zu diversen kulturellen Veranstaltungen und Events. Unter anderem
11werden die Landestheater, das Förderprogramm „Jedem Kind sein Instrument“, Orchester,
12Kunstsammlungen und Musikfeste mit regionalem Bezug gefördert. Dabei kann Kultur nur in sehr
13wenigen Fällen kostendeckend realisiert werden, sodass ohne staatliche Unterstützung Großteile
14der Kulturlandschaft wegfallen müssten. Dennoch sollten auch Kulturbetriebe kostenorientiert
15handeln und mit einem begrenzten Budget arbeiten müssen.

16Nordrhein-Westfalen fördert Kultur im Ländervergleich in Relation auf die Einwohnerzahl bereits

17so wenig wie kein anderes Bundesland. Auf 1000 Einwohner kommen im Schnitt sechs
18potentielle Theaterplätze, während es in Bayern knapp doppelt so viele sind. Die Jungen
19Liberalen befürworten diesen verhältnismäßig sparsamen Kurs des Landes und wollen dennoch
20sicherstellen, dass nicht flächendeckend Kulturinstitutionen wegfallen müssen und Arbeitsplätze
21verloren gehen. Dabei lässt sich der grundsätzliche Trend des geringeren Jobpotentials im
22Kulturbereich nur bedingt aufhalten (in den letzten 15 Jahren wurden ca. 7000 Stellen abgebaut),
23sollte jedoch nicht durch die Streichung von Kultursubventionen in den hohen fünfstelligen
24Bereich rutschen. Im Moment zahlt der durchschnittliche Nordrhein-Westfale ca. 2,50€ im Jahr
25für Kulturförderungen im Bereich der Theater- und Musikveranstaltungen. Im Bundesdurchschnitt
26sind dies knapp 15€.

272013 waren bundesweit knapp 1,3 Millionen Menschen im Kulturbereich tätig. Auch in Hinblick

28auf die Tatsache, dass „haptische“ Kultur auch im Zuge der digitalen Transformation einen
29ähnlichen Stellenwert besitzt wie heutzutage, während andere Berufsfelder einer
30Wegrationalisierung unterliegen werden, wäre es unglücklich, diese Berufe indirekt zu streichen.
31Kultur in der aktiven Ausübung und der passiven Konsumierung stellt für viele Menschen ein
32besonderes Bildungsgut dar und ist für viele Menschen der Lebensmittelpunkt. Eine Streichung
33von sämtlichen Subventionen stellt im Gegensatz zu einer konstruktiven Bremsung auch eine
34Bedrohung für viele private Kindertheatergruppen und Orchester dar, die sowohl als Ausgleich zu
35der Schulbildung, als auch als Talentförderung gelten.


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am xx in yy.