Antrag zum 93. Landeskongress

Antrag 638

93. Landeskongress der Jungen Liberalen NRW
Euskirchen, 11.-12. Mai 2019


Antragsteller: Dr. Patrick Guidato, Fabian Schefczik, Tim Schütz, Florian Trautsch, Max Wiemers, Thomas Ruhnau, Léon Beck, Lennard Kroll, Alexander Schnell, Robin Berg, Anne Wickborn, Annika Schürholz, Tim Herkens, Kira Schulze-Lohoff, Sven Benentreu, Anna Neumann, Joachim Krämer, Cornelia Besser, Nils Warnack, Elisa Färber, Tabea Gandelheidt, Marc Bauer, Marcel Hermann, Noel Schroers, Philippe Hintzen, David Best, Marco Neblik, Simon Haastert, Paavo Czwikla, Michel Nentwig, Daniel Böhler, Jenny Sting


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

1Transparenz für Patienten gewährleisten - Heilberufe
2reformieren

3Die gesundheitliche Versorgung stellt ein hohes persönliches, aber auch wirtschaftliches Gut dar.

4Für die direkte medizinische Versorgung, Behandlung und Prävention, aber auch für
5gesundheitliche Versorgung im weiteren Sinne werden jährlich Milliardensummen
6umgesetzt. Insbesondere das Verhältnis zwischen Patienten und Arzt, Apotheker oder Therapeut
7ist ein sehr komplexes. Trotz diverser Informationsmöglichkeiten ist die Informationsverteilung
8zwischen Behandelndem und Patienten meist ungleich verteilt. Patienten müssen ihrem Arzt,
9Apotheker oder Therapeuten und auf das fundierte Fachwissen dieser vertrauen können.

10Als Junge Liberale erkennen wir daher die Notwendigkeit der staatlichen Approbation für

11Heilberufe an. In der Abwägung zwischen freier Berufsausübung und Schutz von Patienten und
12deren Gesundheit überwiegt die Notwendigkeit, nur Personen in einem Heilberuf praktizieren zu
13lassen, die auch zur Heilung von Patienten beitragen. Hierfür sind die bereits bestehenden
14Verfahren zur Zulassung und Anerkennung von Heilverfahren und Medikamenten hervorragend
15geeignet. Alternative Behandlungsmethoden umgehen diese Verfahren und werden
16dementsprechend nicht auf ihre Wirksamkeit sowie weitere Punkte, wie Nebenwirkungen etc.
17geprüft und können ohne Validierung mit Heilversprechen eingesetzt werden. Patienten können
18aufgrund der starken Informationsasymmetrie nicht zwischen wirksamer und unwirksamer
19Behandlung unterscheiden und sind daher darauf angewiesen, dass approbierte Heilberufler
20evident wirksame Therapien verwenden.

21Vor diesem Hintergrund bekennen sich die Jungen Liberalen NRW zu folgenden Forderungen:

  • 22Die Approbation für einen Heilberuf soll künftig daran gekoppelt werden, dass der Inhaber

    23der Approbation keine wissenschaftlich nicht validierten, unwirksamen oder in ihrer
    24Wirksamkeit nicht nachgewiesenen Behandlungen in der Routineversorgung durchführt
    25oder anbietet. Dies gilt auch bzw. insbesondere, wenn dies nur einen Teil seines
    26Behandlungsspektrums umfasst. Die Vermischung von fundierten medizinischen
    27Behandlungen und  Alternativmethoden führt zu großer Intransparenz und
    28Verunsicherung bei Patienten und Angehörigen.

  • 29Leistungen, für die es keinen evidenten, nach wissenschaftlichen Kriterien belegten

    30Wirkungsnachweis gibt, dürfen von approbierten Heilberuflern nicht angeboten oder
    31durchgeführt werden. Darüber hinaus müssen diese Leistungen aus dem Katalog der
    32gesetzlichen Krankenversicherungen gestrichen werden.

  • 33Leistungen, für die durch wissenschaftliche Studien belegt wurde, dass sie nicht wirksam

    34sind, müssen darüber hinaus entsprechend gekennzeichnet werden.

  • 35Der Beruf des Heilpraktikers ist aus der staatlichen/behördlichen Überwachung zu

    36entlassen. Eine Zulassung, Ausbildung oder Zertifizierung von Heilpraktikern durch
    37staatliche Stellen, Hochschulen oder nachgeordnete Einrichtungen lehnen wir ab.

  • 38Zur Wirksamkeit einer Behandlung wird eine Informationspflicht eingeführt. Diese ist bei

    39Medikamenten auf dem Beipackzettel zu vermerken. Bei Behandlungen soll eine
    40Aufklärung durch den durchführenden Arzt, Apotheker oder Therapeuten erfolgen.


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am xx in yy.