Antrag zum 93. Landeskongress

Antrag 646

93. Landeskongress der Jungen Liberalen NRW
Euskirchen, 11.-12. Mai 2019


Antragsteller: BV Münsterland, Daniel Böhler, Philippe Hintzen, Michel Nentwig, Jonas Schulte, Dominik Fisch


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

1Mach den Veganer sprachlos - Innovation In-Vitro-Fleisch

2Die Jungen Liberalen sehen in Betracht der durch die Fleischindustrie entstehenden

3Umweltschäden Handlungsbedarf. Um dem hohen Gut der Selbstbestimmung eines jeden
4Individuums gerecht zu werden, setzen wir statt bevormundenden Verboten und starren
5Vorschriften auf privatwirtschaftliche Innovation und anreizkompatible Marktmechanismen.

6Die im industriellen Maßstab erfolgende synthetische Erzeugung von Fleisch zwecks

7menschlichen Verzehrs, sogenanntes In-Vitro-Fleisch, bietet das Potenzial, die klassische
8Fleischproduktion zu ergänzen und zu reduzieren. Die Jungen Liberalen NRW sind sich bewusst,
9dass alle Annahmen zu Energieverbrauch, Marktreife, Futtereffizienz oder Kundenakzeptanz von
10In-Vitro-Fleisch theoretisch sind. Unser Ziel ist es, bei gleichzeitiger Offenheit für weitere
11Technologien und bestehende Herstellungsverfahren, die Forschung an In-Vitro-Fleisch zu
12fördern. Wir fordern daher:

13·        Die staatliche Bereitstellung von Fördermitteln zur Erforschung des Verfahrens und zur

14Umsetzung, beziehungsweise Weiterentwicklung der Produktionsmethoden. Diese sollen sowohl
15Hochschulen und Instituten als auch privatwirtschaftlichen Unternehmen zur Verfügung stehen.
16Voraussetzung für die Abschöpfung der Fördermittel ist, neben der Beschäftigung mit dem
17Kernthema, die Einhaltung von Kriterien der wissenschaftlichen Methodik, der Transparenz
18sowie des Tierwohls. Zudem soll bereits bei Vergabe der Fördermittel ein Fokus auf einen
19langfristigen Mehrwert für den deutschen Steuerzahler gelegt werden. Durch konstante
20Evaluierung der geförderten Projekte ist überdies die effiziente Nutzung der verwendeten
21Steuergelder sicherzustellen.

22·        Mittelfristig die Gründung einer auf internationaler Ebene agierenden Kommission, die sich

23für den Austausch und die Bündelung von Wissen sowie die Schaffung transnational gültiger
24Produktionsstandards einsetzt. Zu ihren Aufgaben soll auch die Aufbereitung und
25öffentlichkeitswirksame Bereitstellung von themenrelevanten Informationen für ein breiteres
26Publikum gehören.

27 

28Begründung:

29Die Massentierhaltung stellt sowohl unsere Umwelt als auch unser moralisches Selbstbild vor

30große Herausforderungen. Der Treibgasausstoß, der durch die industrielle Produktion von
31Fleischwaren entsteht, ist ein Haupteinflussfaktor für den menschengemachten Klimawandel.
32Angesichts einer weltweit steigenden Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln stellt auch die
33vergleichsweise ineffiziente Nutzung landwirtschaftlichen Bodens zur Viehhaltung ein Problem
34dar. Darüber hinaus sind die Lebensbedingungen für Tiere, die in Massentierhaltung gehalten
35werden, oftmals nicht mit grundlegenden Moralvorstellungen zu vereinbaren.

36Alle diese Probleme zu lösen, ohne das Individuum dabei zu gängeln, ist eine Herausforderung,

37der sich ein ökologisch denkender Liberalismus durch Rückgriff auf die Errungenschaften des
38technischen Fortschritts stellen kann. Es gilt nun, Maßnahmen zu ergreifen, sodass das
39sogenannte In-Vitro-Fleisch zukünftig als eine solche Errungenschaft wahrgenommen und nicht
40wie die Gentechnik von weiten Teilen der Bevölkerung dämonisiert wird.


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am xx in yy.