Antrag zum 93. Landeskongress

Antrag 256

93. Landeskongress der Jungen Liberalen NRW
Borken, 26.-27. Oktober 2019


Antragsteller: Liberale Schüler NRW


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 93. Landeskongress möge beschließen:

1Religiöse Beeinflussung oder Säkularisierung- Reform
2des Religionsunterrichts an Schulen im Land NRW

3Der Landeskongress der Jungen Liberalen möge beschließen:

4Religionen sind in der Gesamtheit ihrer geopolitischen und soziologischen Auswirkungen von

5hoher politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Aus freiheitlichen Gesichtspunkten und im
6Zuge der Trennung von Religion und Staat verbietet sich daher jegliche weltanschauliche
7Beeinflussung insbesondere von Schülerinnen und Schülern im Unterricht. Der konfessionell
8getrennte Religionsunterricht in seiner aktuellen Form tut jedoch genau das. Es ergibt daher die
9Forderung nach einer umfassenden Reform des Religionsunterrichts an Schulen:

10Die Jungen Liberalen fordern, den klassischen, konfessionell getrennten Religionsunterricht

11durch das zunächst obligatorische Fach "Allgemeine Religionslehre" zu ersetzen, welches
12gleichberechtigt sowie ideologiefrei aber kritisch und objektiv über die fünf Weltreligionen
13(Christentum, Islam,  Hinduismus, Buddhismus und das Judentum) sowie Weltanschauungen,
14wie den Atheismus, informiert. Ebenfalls sollen philosophische Grundsätze eine große Rolle
15spielen. Dieses Fach soll jedoch erst ab der Mittelstufe erteilt werden, da erst bei Eintritt des 14.
16Lebensjahres die rechtliche Religionsmündigkeit (Art. 63  BGB RelKErzG) in Kraft tritt.
17"Allgemeine Religionslehre" soll ab dem Eintritt in die Qualifikationsphase fakultativ belegbar
18sein. Die Liberalen Schüler sprechen sich weiterhin für eine Benotung, sowie für die Möglichkeit,
19dort Prüfungen abzulegen, aus.

20Vor dem Erreichen der rechtlichen Religionsmündigkeit fordern die Jungen Liberalen die

21Einführung eines allgemeinen Ethikunterrichts an Grundschulen und der Unterstufe, der den
22Schülerinnen und Schülern essentielle Werte und Normen innerhalb der Gesellschaft
23ideologiefrei vermitteln soll. Auch dieses Fach ersetzt den herkömmlichen Religions- und
24Philosophieunterricht und ist obligatorisch zu belegen. 

25Beide Fächer sollen den Gesellschaftswissenschaften zugeordnet werden.

26Um den Schülern eine elternunabhängige freie Wahlentscheidung zu ermöglichen, sprechen sich

27die Jungen Liberalen für die Streichung des Art. 7, Abs. 2 GG aus. 

28Des Weiteren fordern wir eine Änderung des §2 Abs. 2 SchulG des Landes NRW. Im Rahmen

29der Säkularisierung ergibt sich die Notwendigkeit der Änderung folgender Teile: 

32 

33 

34Begründung: erfolgt mündlich  


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 93. Landeskongress am 26.-27. Oktober 2019 in Borken.